Lenz Digital plus LRB08 Bedienungsanleitung

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B.B.10.0098
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Information LRB08
Belegt- und Rückmelder
mit 8 Ausgängen
Art. Nr.°11230
1. Auflage
05/21

2 Information LRB08
1 Digital plus Herstellergarantie
Die Digital plus Produkte der Firma Lenz Elektronik GmbH zeichnen sich durch
eine hervorragende Qualität aus. Deshalb gewähren wir Ihnen als Verbraucher auf
diese Artikel 6 Jahre Herstellergarantie ab Kaufdatum des Produktes. Die Garantie
gilt europaweit.
Im Garantiefall wenden Sie sich bitte an die Lenz Elektronik GmbH zur Einsendung
des defekten Gerätes mitsamt Kaufbeleg.
Im Garantiefall trägt die Lenz Elektronik GmbH die Kosten für eine Reparatur und
den Rückversand des defekten Gerätes. Nach der freien Wahl der Lenz Elektronik
GmbH wird entweder eine kostenlose Reparatur oder ein Austausch des Gerätes
durchgeführt. Schäden durch Verschleiß, normalen Gebrauch oder durch
unsachgemäße Verwendung der Geräte sind von der Garantie ausgeschlossen.
Die Garantie greift demnach nur bei sachgemäßem Umgang mit dem Produkt.
B-Ware und aufbereitete Artikel sind von der Herstellergarantie ausgeschlossen.
Die Garantie ergänzt die gesetzlichen Gewährleistungsrechte. Es kommt zu keiner
Einschränkung des gesetzlichen Gewährleistungsanspruchs durch die
Herstellergarantie.
2 Wichtige Sicherheitshinweise:
Diese Betriebsanleitung
sollten Sie auf jeden Fall aufmerksam durchlesen, bevor Sie den LRB08 zum
ersten Mal anschließen und einsetzen. Sie versetzt Sie in die Lage, die
Zusammenhänge in der Rückmeldung bei Digital plus kennenzulernen und
erspart Ihnen somit mögliche Fehler.
ERST LESEN -
DANN ADRESSE UND EIGENSCHAFTEN EINSTELLEN -
DANN EINBAUEN!
3 Wozu werden Rückmeldungen benötigt?
Die bekannteste und am häufigsten benötigte Form der Rückmeldung ist sicherlich
die Information darüber, ob ein Gleis auf einer Modellbahn belegt ist oder nicht.
Auch wenn Sie Ihre Modellbahn "nur" per Hand steuern, wollen Sie sicherlich den
Zustand nicht einsehbarer Gleise kennen. Schattenbahnhöfe tragen Ihren Namen
ja zu Recht.

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Für einen ganz oder teilweise automatisierten Betrieb sind Rückmeldungen aber
zwingende Voraussetzung. Wie sonst sollte ein Computerprogramm, welches Ihre
Anlage steuert, "sehen", ob ein bestimmtes Gleis frei ist oder nicht. Diese
Information wird aber benötigt, um zu wissen, ob ein Zug in dieses bestimmte Gleis
einfahren darf oder nicht.
4 Funktionsweise des LRB08
Der LRB08 ermittelt den Belegtzustand indem er den zu einem Gleisabschnitt
fließenden Strom misst. Jeder auf dem Gleis befindliche Stromverbraucher erzeugt
einen solchen Stromfluss. "Es fließt ein Strom" ist also gleichbedeutend mit dem
"Belegt" - Zustand des Gleises, "Es fließt kein Strom" ist gleichbedeutend mit dem
"Frei" - Zustand des Gleises. Der LRB08 ist im technischen Sinne also ein
Stromfühler.
Es können bis zu acht Gleisabschnitte an einen LRB08 angeschlossen und
überwacht werden. Die Versorgung dieser Abschnitte erfolgt also sozusagen
"durch den LRB08 hindurch"
Die Zentrale fragt nacheinander alle angeschlossenen Rückmelder LRB08 ab.
Dies dauert ca. 30 ms. Auf diese Abfrage melden sich nur diejenigen LRB08, bei
denen eine Änderung an den Gleisabschnitten stattgefunden hat. Es werden
jeweils die Zustände von 4 Gleisabschnitten übermittelt, hierfür wird eine Zeit von
ca. 2 ms benötigt. Um diese Zeitspanne verlängert sich der Abfragezyklus. Melden
sich also mehrere LRB08, so errechnet sich die Gesamtlänge des Abfragezyklus in
Millisekunden aus:
30 + (Anzahl der sich meldenden LRB08 x 2)
5 Wenn Sie bereits LR100 oder LR101 einsetzen
LR100, LR101 und LRB08 können gemeinsam eingesetzt werden. Achten Sie bitte
auf korrekte Einteilung der Adressen und bedenken Sie dabei, dass der LR100
zwei Rückmeldeadressen, der LR101 nur eine belegt.
6 Eigenschaften des LRB08
Der LRB08 verfügt über 8 Ausgänge, an die acht zu überwachende
Gleisabschnitte angeschlossen werden. Der im LRB08 arbeitende Mikroprozessor
fragt die Eingänge zyklisch ab. Wird ein Stromfluss in den angeschlossenen
Gleisabschnitt festgestellt, wird dies bei der nächsten Abfrage der
LZ100/LZV100/LZV200 mitgeteilt. Wird das Gleis wieder frei (es fließt kein Strom
mehr), so wird diese Änderung ebenfalls mitgeteilt.
Die 8 Meldeeingänge verfügen über eine einstellbare Verzögerungszeit. Diese
wirkt so:

4 Information LRB08
Wird ein Belegtzustand festgestellt, wird diese Information sofort an die Zentrale
übermittelt.
Wird der Gleisabschnitt wieder frei, wird dies erst nach Ablauf der eingestellten
Verzögerung an die Zentrale übermittelt.
Beispiel:
Eine Lok fährt in einen Gleisabschnitt hinein, so wird der "Besetzt-Zustand"
unmittelbar an die Zentrale gemeldet. Verlässt die Lok den Abschnitt wieder, so
dauert es die eingestellte Verzögerungszeit, bis der "Frei-Zustand" an die
Zentrale gemeldet wird.
Wird während der Ausfahrt z.B. durch schlechten Rad-Schiene-Kontakt der
Stromfluss kurzzeitig unterbrochen, so wird dieser vermeintliche "frei"-Zustand
nicht sofort an die Zentrale gemeldet, sondern lediglich die Verzögerungszeit
gestartet. Stellt sich vor Ablauf der Verzögerungszeit wieder ein Stromfluss ein,
bleibt es bei "belegt". Erst wenn der Stromfluss für die Dauer der Verzögerungszeit
dauerhaft wegfällt, wird der betreffende Abschnitt als "frei" an die Zentrale
gemeldet.
Die Verzögerungszeit kann in einem Bereich von 10msec bis 2,55sec in Schritten
von 10msec eingestellt werden. Die Werkseinstellung ist 500msec.
6.1 Taster und LED
Der Taster wird zur Einstellung der Adresse während des Betriebes und zur
Wiederherstellung der Werkseinstellungen benötigt. Die LED dient als Anzeige bei
diesen Vorgängen. Außerdem leuchtet Sie immer dann kurz auf, wenn eine
Meldung an die Zentrale erfolgt.
6.2 Adressbereich
Der Adressbereich für Rückmeldungen im Digital plus System ist 1 - 128. Die
Adressen dürfen nicht doppelt vergeben werden, da sonst keine eindeutige
Rückmeldung möglich ist.
Der Adressbereich für Rückmeldungen ist zweigeteilt: Rückmeldeadressen 1 bis
64 können sowohl für die Speicherung der Weichenstellungen an den
Schaltempfängern LS... als auch für die Speicherung der Informationen der
Rückmelder LR101/100 und LRB08 genutzt werden. Es dürfen auch hier keine
Doppelbelegungen vorkommen, selbst dann nicht, wenn die Weichen gar nicht
rückmeldefähig sind.
Deshalb unsere Empfehlung für die Vergabe von Adressen:
Beginnen Sie mit der Adresse 65 für die Rückmelder LRB08. Diese
Rückmeldeadresse liegt oberhalb des Bereiches, der von Schaltempfängern

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mitbenutzt wird. So können Sie bei der Erweiterung der Anlage Ihre Weichen von 1
bis 256 durchnummerieren, ohne dass Sie bestimmte Adressen auslassen
müssen. Die Adresse 65 ist bei Auslieferung des LRB08 werkseitig eingestellt.
Wenn Sie niedrigere Rückmelderadressen nicht vermeiden können, müssen Sie
folgendes beachten: Eine Rückmeldeadresse belegt jeweils 4 Weichenadressen.
Rückmelderadresse
belegt die
Weichenadressen
1
1 bis 4
2
5 bis 8
3
9 bis 12
etc
etc
Die komplette Tabelle dieses Zusammenhangs finden Sie am Schluss dieser
Betriebsanleitung.
Zur Erklärung noch ein Beispiel:
Nehmen wir an, Sie haben auf Ihrer Modellbahn 2 Schaltempfänger LS..., an die je
vier Weichen angeschlossen sind, eingebaut. Die Weichenadressen sind von 1 bis
8 gewählt. Diese 8 Weichenadressen belegen also nach obiger Tabelle die
Rückmeldeadressen 1 und 2. Diese dürfen nicht für Rückmelder LRB08 verwendet
werden.
Wenn Sie nun einen LRB08 einsetzen wollen, so darf er demnach nicht auf die
Adresse 1 oder 2, sondern müsste auf die nächste freie Adresse, die Adresse 3,
programmiert werden. Wenn Sie Ihre Anlage erweitern und weitere Weichen
hinzukommen, so wollen Sie diese vielleicht fortlaufend durchnummerieren. Dann
wären aber die Adressen 9 bis 12 schon nicht mehr verfügbar, da die
Rückmeldeadresse 3 von Ihrem LRB08 bereits belegt ist. Daher unsere
Empfehlung, mit der Adresse 65 zu beginnen.
7 Einstellung der Adresse und der anderen Eigenschaften des LRB08
Bevor Sie den LRB08 auf Ihrer Anlage einsetzen, müssen Sie ihn auf seine
Adresse einstellen, wir nennen diesen Vorgang auch "programmieren". Die
Einstellungen werden im Innern des LRB08 dauerhaft gespeichert, die
Informationen gehen auch beim Ausschalten des Digital plus Systems nicht
verloren. Die Werte der Einstellungen werden in sog. Configurations-Variablen,
abgekürzt CV, gespeichert. Sie können sich diese CVs wie Karteikarten vorstellen,
auf die Werte eingetragen werden, die wieder ausradiert und neu eingetragen
werden können.

6 Information LRB08
7.1 Einstellung der CVs bei Auslieferung:
CV
Bedeutung
Wert
1
Adresse
65
7
Decoder-ID
103 (*)
8
Hersteller-ID
99 (*)
40
Verzögerungszeit
50
128
Firmware-Version
(*)
Andere CVs als die hier genannten werden nicht unterstützt. Die mit (*)
gekennzeichneten CVs können ausgelesen werden, sind aber nicht veränderbar.
7.2 Änderung von Adresse und Verzögerungszeiten
Sie können zwischen 2 verschiedenen Verfahren wählen:
1. Einstellung am Programmierausgang Ihres Digitalsystems. Dieses Verfahren
wenden Sie vor dem Einbau an. Sie können die Adresse und die
Eigenschaften der Eingänge einstellen.
2. Einstellung während des Betriebes. Dieses Verfahren können Sie immer
dann anwenden, wenn Sie den LRB08 bereits eingebaut haben. Mit diesem
Verfahren können Sie ausschließlich die Adresse ändern, nicht aber die
anderen Einstellungen.
7.2.1 Änderung der Einstellungen am Programmierausgang
Verbinden Sie die Klemmen J,K des LRB08 mit dem Programmierausgang des
Digital plus Systems (Klemmen P und Q).
In der Abbildung weiter unten sehen Sie als Beispiel den Anschluss an die Zentrale
LZV200. Der Anschluss an die Zentrale LZV100/LZ100 erfolgt analog dazu.
Wechseln Sie in den Programmiermodus und wählen Sie "Programmieren einer
CV".
Einstellung der Adresse
Wählen Sie CV1 als zu ändernde CV. Programmieren Sie anschließend die
gewünschte Adresse in die CV1. Beachten Sie den erlaubten Wertebereich 1 -
128.

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Anschluss des LRB08 an den Programmierausgang der LZV200
Einstellung der Verzögerungszeit
Die Vorgehensweise ist die gleiche wie unter "Einstellung der Adresse"
beschrieben. Wählen Sie nun statt CV1 für die Adresse die CV40 zur Einstellung
der Verzögerungszeit für alle acht Gleisabschnitte. Programmieren Sie dann den
Wert für die gewünschte Verzögerungszeit in die CV40.
Die Verzögerungszeit kann in einem Bereich von 0,01 Sekunden (10ms) bis 2,55
Sekunden (2550ms) in Schritten von 0,01 Sekunden (10ms) eingestellt werden.
Der zugelassene Wertebereich beträgt 1-255.

8 Information LRB08
Wenn Sie eine bestimmte Verzögerungszeit wünschen und wollen den
einzuschreibenden Wert wissen, so rechnen Sie:
Verzögerung in Sekunden
x 100 =
Wert für CV40
Wenn Sie wissen wollen, welcher Verzögerung ein eingeschriebener Wert
entspricht, so rechnen Sie:
Wert in CV40
: 100 =
Verzögerung in Sekunden
Im Auslieferungszustand ist der Wert 50 in CV40 eingetragen, dies entspricht einer
Verzögerung von 500 ms.
7.2.2 Einstellung der Adresse im eingebauten Zustand
Hierzu dienen der Taster und die kleine Leuchtdiode links daneben.
Diese Methode wenden Sie immer dann an, wenn Sie den LRB08 bereits auf Ihrer
Anlage montiert haben und nun die Adresse nachträglich ändern wollen. Der
LRB08 muss hierzu nicht ausgebaut werden.
Gehen Sie wie folgt vor:
1. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Digital plus System sich nicht im "Notaus" oder
"Nothalt" befindet.
2. Als nächstes führen Sie die Schritte durch, die notwendig sind um eine
Weiche zu schalten (Wie das Weichenschalten mit den einzelnen Geräten
Ihres Digitalsystems funktioniert, erfahren Sie aus den zum System
gehörenden Betriebsanleitungen). Wählen Sie als Weichenadresse die
Adresse aus, auf die Sie den LRB08 einstellen wollen.
3. Drücken Sie nun die Taste auf dem LRB08 und halten Sie diese so lange
gedrückt, bis die LED leuchtet. Dann die Taste wieder loslassen.
4. Tun Sie nun so, als wollten Sie die gewählte Weiche schalten und betätigen
Sie am Digitalsystem die entsprechende Taste zum Weichenschalten. Ob
Sie dabei "Abzweig" oder "Gerade" wählen, spielt keine Rolle. Das
Digitalsystem sendet einen Schaltbefehl, in dem die Weichenadresse
enthalten ist. Diese Adresse empfängt nun auch der LRB08 (er ist ja an der
gleichen Leitung angeschlossen wie die Schaltempfänger auch) und schreibt
sie als eigene Adresse in CV1 ein.
Wenn dieser Vorgang beendet ist, erlischt die LED wieder.
Haben Sie als Weichenadresse einen Wert gewählt, der über den für den LRB08
erlaubten Wertebereich hinausgeht, so findet kein neues Einschreiben der Adresse
statt, die bisherige Adresse bleibt unverändert. Als Zeichen dafür blinkt die LED
schnell und erlischt danach.

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7.3 Wiederherstellen der Werkseinstellungen
Diese Einstellungen können Sie jederzeit einleiten, während Ihr Digital plus System
in Betrieb und der LRB08 angeschlossen ist. Drücken Sie die Taste auf dem
LRB08 und halten Sie diese gedrückt bis folgender Vorgang vollständig
abgelaufen ist:
Nach 5 Sekunden leuchtet die LED. Weitere 5 Sekunden später beginnt die LED
zu blinken. Warten Sie, bis das Blinken aufhört und die LED wieder erlischt.
Lassen Sie erst jetzt die Taste wieder los. Nun sind die Werkseinstellungen des
LRB08 wiederhergestellt.
8 Ein- und Ausgänge des LRB08

10 Information LRB08
Ausgang J,K für die Gleisabschnitte 1 und 2
Ausgang J,K für die Gleisabschnitte 3 und 4
Ausgang J,K für die Gleisabschnitte 5 und 6
Ausgang J,K für die Gleisabschnitte 7 und 8
Eingang J, K
Der LRB08 wird an den Gleisausgang (J,K) der Zentrale (LZV200,
LZV100) oder eines Verstärkers (LV103, LV102, LV101, LV100)
angeschlossen. Mit diesem Anschluss wird auch die
Stromversorgung des LRB08 sichergestellt.
Anschluss für Rückmeldebus R,S
Diese beiden Klemmen R und S werden mit den gleichnamigen
Klemmen einer LZV200 (LZV100/LZ100) verbunden.
Mehrere LRB08 werden parallel angeschlossen.
LED zur Zustandsanzeige
Taster für Einstellungen
Die folgende Abbildung zeigt den prinzipiellen Anschluss zu überwachender
Gleisabschnitte an den LRB08 sowie den Anschluss des LRB08 an eine Zentrale
LZV200.
Die maximale Belastbarkeit der Ausgänge beträgt je 4A, die
Gesamtbelastbarkeit (Stromfluss an allen Ausgängen) darf 5A
nicht überschreiten.
Alle Klemmen "J" des LRB08 sind elektrisch miteinander
verbunden.
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